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Leopold
Stocker wurde am 20. Oktober 1886 als zweiter
Sohn einer im niederösterreichischen Waldviertel
beheimateten
Bauernfamilie geboren und wurde schon früh, da
der örtliche
Pfarrer die Begabung des Knaben erkannt hatte, für
das
Studium bestimmt. An den Universitäten Leipzig
und Jena
erwarb er den Titel eines Diplomlandwirts und Agrikulturchemikers
und kam nach Stationen auf den Fürst Lobkowitzschen
Gütern in Böhmen und bei den Thomasphosphatwerken
in Berlin als wissenschaftlicher Berater in die Steiermark.
Im Ersten Weltkrieg wurde er nach einem Jahren Fronteinsatz
vom k. u. k. Landwirtschaftsinspektorat der Steiermärkischen
Landesregierung angefordert, um in der Heimat an der
Steigerung der Lebensmittelproduktion mitzuwirken.
Spätestens in dieser Zeit nahmen die schon länger
gehegten Pläne zur Gründung eines landwirtschaftlichen
Fachverlages konkrete Gestalt an, in dem neben Büchern
auch eine Fachzeitschrift speziell für den bäuerlichen
Familienbetrieb erscheinen sollte. Auf diesem Gebiete
erwies sich Leopold Stocker als echter Pionier –
eine vergleichbare Zeitschrift gab es damals auf dem
Gebiet der Österreichisch-Ungarischen Monarchie
noch nicht.
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Auch
politisch war Leopold Stocker für den Bauernstand
tätig. So spielte er bei der Gründung
des „Steirischen Bauernbundes“ und
später beim Zusammenschluß der verschiedenen
nationalliberal ausgerichteten Bauernbünde
zum „Landbund für Österreich“
eine herausragende Rolle. Für die Steirische
Bauernbundpartei saß er 1919 in der Verfassungsgebenden
Nationalversammlung der Republik Deutsch-Österreich,
für den Landbund, dessen Obmann er eine Zeit
lang war, später im Bundesrat. |
Durch das Wachsen des Verlages und der damit
verbundenen Aufgaben trat die politische Tätigkeit
des Verlegers später aber zunehmend zurück,
während der Landbund in seiner langjährigen
Koalition mit den Christlich-Sozialen seine
größte Wirksamkeit entfaltete.
Heute werden Leopold Stocker einige in den 20er-Jahren
publizierte antisemitische Bücher massiv
zum Vorwurf gemacht. Auch wenn es daran sicher
nichts zu beschönigen gibt, muß doch
festgehalten werden, daß die Lebensleistung
Leopold Stockers auf einem ganz anderen Gebiet
lag, nämlich auf dem eines Pioniers der
fachlichen Unterrichtung und Weiterbildung der
Bauernschaft, der Hebung und Pflege ihrer Kultur
sowie in der Vertretung und Förderung ihrer
Interessen im politischen Leben.
Es
ist auch sicher richtig, daß Leopold Stocker
im Laufe der 30er Jahre immer größere
Sympathien für den Nationalsozialismus
entwickelte. Auch dies wurde der Person des
Verlagsgründers schon zum Vorwurf gemacht.
Doch politisch war Stocker zu dieser Zeit nicht
aktiv und alle bekannten Zeitzeugen, gerade
auch solche aus anderen politischen Lagern wie
Bundesrat Otto Hofmann-Wellenhof, haben ihm
eine menschlich stets einwandfreie Handlungsweise
bestätigt. lesen
Sie mehr
(Aus einem
Brief vom Bundespräsidenten Otto Hofmann-Wellenhof
(ÖVP) an Frau Dr. Ilse Dvorak-Stocker.)
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Eine
objektive Gesamtdarstellung des politischen Wirkens
Leopold Stockers in der Ersten Republik aus der
Sicht der Geschichts-wissenschaft findet sich
in der Dissertation von Bundesrat a. D. Dr. Alexander
Haas, die unter dem Titel „Die vergessene
Bauernpartei“ gedruckt vorliegt. Die
darin enthaltene Kurzbiographie Leopold Stockers
finden Sie hier
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Nach
dem Zweiten Weltkrieg wurde Stocker noch einmal
mit dem Versuch politisch aktiv, dem dritten Lager
mit der „Verfassungstreuen Vereinigung“
eine Wahlplattform zu schaffen. Univ.Prof. Dr.
Lothar Höbelt hat diese Aktivitäten,
die Stocker sogar einige Monate Untersuchungshaft
einbrachten, bis sich die gegen ihn erhoben Vorwürfe
als haltlos herausstellten, in seinem Werk „Geschichte
des VdU“ ausführlich geschildert lesen
Sie mehr
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Aufgrund
des Antrags von Dipl. Agr. Leopold Stocker vom
18. November 1916 um Gewährung der Konzession
zum Betrieb einer
Verlagsbuchhandlung befürwortete das Landeskulturinspektorat
der k. k. Statthalterei Graz in der links abgebildeten
Urkunde das Ansuchen, das zur Verleihung der
Konzession am 13. April 1917 führte.
Für die Konzeption seiner geplanten landwirtschaftlichen
Fachzeitschrift suchte Leopold Stocker in langen
persönlichen Gesprächen den Rat des
greisen steirischen Volksdichters Peter Rosegger
(oben), auch zahlreiche Briefe mit inhaltlichen
Ratschlägen zur Gestaltung einer solchen
Zeitschrift sind erhalten geblieben (rechts).
Während die ersten Bücher –
ausschließlich kleine Broschüren
– aber schon ab 1917 erschienen, wurde
es Anfang 1919, bis die erste Nummer der „Deutschen
Landheimat“ erschien, die später
in „Der fortschrittliche Landwirt“
umbenannt werden sollte.
Die Verbindung zum Hause Rosegger blieb über
die Gründungsphase hinaus bestehen: Die
Zeitschrift „Roseggers Heimgarten“
erschien unter der Herausgeberschaft von Peter
Roseggers Sohn Hans Ludwig von 1924–1933
im Stocker Verlag. |
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Bild
links: Durch
den Besuch der Landwirtschaftlichen Mittel-
schule in Kaaden an der Eger lernte Leopold
Stocker im damaligen
Kronland Böhmen seine sudetendeutsche Gattin
Marianne (hier im Bild bei einer Ehrung durch
die Steiermärkische Landwirtschafts-kammer)
kennen.
Bild
rechts:
Der einzige Sohn, Dr. Wolfgang Stocker,
fiel als Kriegsberichterstatter 1944 in Italien.
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Nach
dem Tode des Vaters übernahm die Tochter,
Dr. Ilse Dvorak-Stocker, die Führung des
Leopold Stocker Verlages. Ihre verle-gerische
Arbeit wurde u. a. durch die Verleihung des Goldenen
Ehrenzeichens der Landeshauptstadt Graz, des Großen
Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermarks,
des Tiroler Adlerordens in Gold und durch die
Verleihung des Berufstitels
„Professorin“ im Jahre 1992 gewürdigt.
1996 wurde Frau Professor Dr. Ilse Dvorak-Stocker
zur „Bürgerin der Stadt Graz“
ernannt. |
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Major
d. Res. Othmar Dvorak
unterstützte seine Gemahlin mehr als
20 Jahre als kaufmännischer Leiter
des Unternehmens. |
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Seit
1993 führt
Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker
in dritter Generation den
Familienbetrieb. |
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Die
nächste Generation wächst
heran: Maximilian, Kajetan, Kilian
(v. l. n. r.) und (nicht im Bild)
Anna Alida |
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Gemäß
den Erfordernissen unserer Zeit operieren eigenständige
GmbHs unter dem Dach einer Muttergesellschaft.
Diese ist nach
einem der bedeutendsten römisch-deutschen
Kaiser des Mittelalters, dem Hohenstaufen Friedrich
I. benannt, und bekennt so die
europäisch-christliche Ausrichtung der
Verlagsgruppe. Unter Friedrich Barbarossa erlebte
nicht nur die deutsche Kultur des Hochmittelalters
ihren Höhepunkt, ihn zeichnete darüberhinaus
gegenüber manchen seiner Vorgänger
und Nachfolger ein besonderes Merkmal aus: die
Fähigkeit, auch nach jahrelangen Konflikten
einen echten Kompromiß-
frieden schließen und diesen halten zu
können. In dieser zutiefst politischen
Kunst des Interessensausgleiches sehen wir nicht
nur die Größe Friedrich Barbarossas,
sondern auch eine wesentliche Maxime für
politisches Handeln in unserer Zeit, was zur
entsprechenden Namensgebung geführt hat.
Auch für das „jüngste Kind“
der Verlagsgruppe wurde ein Name mit europäisch-humanistischem
Bezug gewählt: Der „Ares Verlag“
ist
nach dem griechischen Kriegsgott benannt, dem
römischen Mars, der wiederum unserem März
den Namen gab; dies geschah deshalb,
weil Militärgeschichte einen wesentlichen
Schwerpunkt des Verlagsprogrammes bildet.
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