HOLLERRÖSTER MIT ZWETSCHKEN – REZEPT
Röster sind typisch für Österreich, man könnte sie als eine Art Mus oder festeres Kompott beschreiben. Verschiedene Früchte werden durch langes „Rösten“ eingekocht. Beim Zubereiten eines Rösters wird keine zusätzliche Flüssigkeit hinzugefügt, was ihn vom Kompott grundlegend unterscheidet. Die Früchte werden im eigenen Saft bis zur erwünschten Konsistenz eingekocht, was bei Holunder recht lange dauern kann. Im Gegensatz zu Marmelade (Konfitüre) wird hier auch kein Geliermittel verwendet, sondern normaler Kristallzucker, und davon auch viel weniger als bei der Marmeladenzubereitung. Röster sind eine „altmodische“ Art der Haltbarmachung, die gerade wieder sehr populär wird, da ohne moderne Einkochhilfsmittel gewerkelt werden kann.
Der traditionellste und bekannteste Röster in Österreich ist der Zwetschkenröster, aber auch der Röster aus ganzen, nicht pürierten Holunderbeeren ist ein Klassiker. Ganz klassisch und besonders kaiserlich macht sich ein Röster als Begleitung zum Kaiserschmarrn, aber es spricht nichts dagegen, ihn auf einem dick gebutterten Stück Bauernbrot zu genießen.
ZUTATEN (f. 4 Gläser à ca. 250 ml)
750 g abgerebelte Holunderbeeren
250 g sehr reife, entkernte, klein geschnittene Zwetschken
1 unreifer geschälter, entkernter, klein gewürfelter Apfel
400 g Kristallzucker
1 Vanilleschote
Saft von ½ Zitrone
evtl. etwas Zimt
ZUBEREITUNG
• Holunderbeeren, Zwetschken- und Apfelstücke in einem Topf mit dem Zucker mischen, abgedeckt eine Stunde ziehen lassen.
• Längs aufgeschlitzte Vanilleschote und Zitronensaft hinzufügen, aufkochen und ohne Deckel sehr sanft köcheln lassen, bis die Konsistenz dick und sirupartig wird (das kann bis zu 60 Minuten dauern). Dazwischen immer wieder umrühren.
• Vanilleschote entfernen, nach Belieben Zimt hinzufügen und den Röster heiß in sterilisierte Gläser füllen.
TIPP:
In traditionellen Rezepten wird manchmal noch weniger Zucker verwendet, dann empfiehlt es sich jedoch, den Röster rasch zu verbrauchen. Auch mit der Menge in diesem Rezept ist er nicht so lange haltbar wie Marmelade, er sollte kühl gelagert und innerhalb von 3 Monaten verbraucht werden. Die Gläser können jedoch zusätzlich eingekocht werden.
Wem die Kochzeit zu lange oder die Konsistenz nicht fest genug ist, der kann natürlich einen Teil des Zuckers durch Gelierzucker ersetzen, das erhöht auch die Haltbarkeit.
Aus dem Buch:
ISBN 978-3-7020-2055-2
Karin Sidak
MIT HOLUNDER DURCHS JAHR
Blüten, Beeren, Blätter & Rinde
Genussvoll und heilsam
184 Seiten, zahlr. Farbabbildungen, 18,5 x 25 cm, Hardcover
€ 24,00
Seit jeher wird der „magische“ Holunder als Tausendsassa in der Küche und altes Volksheilmittel geschätzt. Aus Blüten, Beeren, Blättern und Rinde werden Hausmittel und Naturkosmetikprodukte bereitet. Mit über 60 köstlichen Gerichten und Schätzen für die Vorratskammer spannt die Autorin den Bogen von Klassikern wie in Tropfteig gebackenen Holunderblüten, Holunderblütensirup oder Hollerröster bis hin zu kreativen Törtchen mit Holundercurd, Chili con Holunder, eingelegten grünen Holunderbeeren oder Holunderblütenessig.






© Gottfried Fließer
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