22. AUGUST-TAG DER FISCHE – DIE ÄSCHE

MERKMALE
• Heimische Fischart mit relativ großen, festsitzenden Schuppen und kleinem Maul.
• Der Körperbau erscheint langgestreckt, durch die hohe Rückenflosse oft ein wenig hochrückig und ist seitlich abgeflacht.
• Das auffälligste Merkmal der Äsche ist ihre lange Rückenflosse, deren längste Strahlen bei Milchnern bis zur Fettflosse reichen können.
• Die Unterscheidung der Geschlechter ist bei der Äsche relativ einfach. Beim Rogner ist die Rückenflosse (Fahne) relativ kurz und im Vergleich zum Milchner niedrig, die letzten Flossenstrahlen sind die kürzesten. Beim Milchner hingegen ist die Rückenflosse stark ausgeprägt, hoch und auffallend lang. Die letzten Flossenstrahlen sind beim Milchner die längsten.
• Ein weiteres Merkmal ist die tropfenförmige Pupille, deren Spitze nach vorne zeigt, dieses Merkmal ist jedoch auch bei anderen Salmoniden mehr oder weniger ausgeprägt zu finden.
• Der Kopf zeigt eine eher schlanke Form, das kleine Maul ist mit winzigen Zähnchen besetzt.
• Die Färbung kann von Gewässer zu Gewässer stark variieren. Während am Rücken als Grundfarbe Grau dominiert, findet man an den Flanken gelbliche, bläuliche oder rötliche Farbtöne, in manchen Gewässern, z. B. der Mur, zeigen die Äschen auch einen grünlichen Schimmer. Besonders auffällig sind die Färbungen in der Rückenflosse, die in allen Farben des Regenbogens schillern können. Die deutlich eingebuchtete Schwanzflosse besitzt oft einen rötlichen oder orangefarbenen Anflug. Die Bauch-, Brust- und Afterflossen können gelblich, grünlich, aber auch grau gefärbt sein. Während der Laichzeit verfärben sich vor allem ältere Milchner oft ganz dunkel.
• So variabel wie die Färbung ist auch die Zahl der schwarzen Punkte. So können die Äschen in manchen Gewässersystemen übersät damit sein, anderswo können die Äschen gerade einmal zwei oder drei davon besitzen, in Ausnahmefällen können die Punkte sogar fehlen. Jungäschen zeigen zahlreiche dunkle Flecken, die sich mit zunehmendem Alter verlieren.
• Das Fleisch frischer Äschen riecht nach Thymian, deshalb wird sie auch die „Thymianduftende“ genannt.

WACHSTUM
Die Durchschnittsgröße liegt bei rund 35 cm, ausnahmsweise werden in großen Flüssen 60 cm und darüber erreicht. Äschen ab 50 cm gelten als kapital und sind heute bereits recht selten geworden. Es gibt aber auch lokale Populationen in hochgelegenen Gewässern, deren Individuen kaum größer als 30 cm werden.

NAHRUNG
Die Nahrung der Äsche besteht fast ausschließlich aus Wasserinsekten bzw. vor allem deren Larven, daneben spielen aber auch Bachflohkrebse und andere Wirbellose eine Rolle. Große Äschen ernähren sich aber fallweise auch räuberisch und fressen Jungfische, Koppen und bei sich bietender Gelegenheit auch den Laich anderer Fische.

GEFÄHRDUNGSURSACHEN
Noch vor 30 bis 40 Jahren war die Äsche ein „Massenfisch“, der in manchen Flüssen sogar kommerziell mit Netzen gefangen wurde. Leider zählt die Äsche heute in vielen Gewässern zu den stark bedrohten Fischarten.
Die Hauptursachen liegen im Verlust der Lebensräume, unzählige Querbauwerke verhindern Nahrungs- und Laichwanderungen und führen zur genetischen Isolation ganzer Populationen. Fehlende oder nicht erreichbare Laichplätze, Schwall- und Sunkbetrieb machen eine erfolgreiche Entwicklung von Ei- und Larvalstadien unmöglich.
In weiterer Folge mangelt es in vielen Gewässern an geeigneten seichten und strömungsberuhigten Jungfischlebensräumen.
In der Vergangenheit hat da und dort wohl auch zu großer Befischungsdruck eine Rolle gespielt.
Eine weitere entscheidende Ursache für den Rückgang der einst so reichen Äschenbestände stellen aber zweifellos fischfressende Vögel dar. Seit den 1980er-Jahren wirkt sich der Fraßdruck durch Kormorane zunehmend negativ auf die Laichfischbestände in den Äschenrevieren aus. Reiher jagen genau in jenen seichten Rieselstrecken, wo sich die ersten Jahrgänge der Äschen aufhalten. Jungäschen passen auch genau in das Beuteschema von Gänsesägern. Oft kann ein Fluss kaum so viele Jungäschen produzieren wie verschiedene Prädatoren im Laufe eines Jahres entnehmen.
Eine Gefährdungsursache liegt aber auch im übertriebenen Besatz mit Regenbogenforellen, die eine Konkurrenz zur Äsche darstellen kann, sowie im Besatz von genetisch unterschiedlichen Äschenpopulationen. So unterscheiden sich die Äschenbestände von Nord- und Südösterreich genetisch sehr stark (Uiblein et al. 2002).

Gefährdungsstatus
Rote Liste Österreich: gefährdet
Rote Liste Deutschland: stark gefährdet
Rote Liste Bayern: stark gefährdet
Rote Liste Baden-Württemberg: stark gefährdet

Aus dem Buch:

ISBN 978-3-7020-1897-9
Wolfgang Hauer
FISCHE, KREBSE UND MUSCHELN IN HEIMISCHEN SEEN UND FLÜSSEN
120 Arten in über 350 Lebendabbildungen
überarb. und erweiterte Neuauflage, 244 Seiten, 370 Farbabbildungen, Hardcover
€ 32,00

In den heimischen Bächen, Flüssen und Seen tummeln sich ca. 120 Fisch-, Krebs- und Muschelarten, die sich manchmal nur schwer unterscheiden lassen. Der Autor, ein exzellenter Kenner und Fotograf dieser Tiere, hat mit diesem Werk ein einmaliges Bestimmungsbuch für all diese Arten zusammengestellt. Es besticht durch seine herausragenden Fotos und die für eine Unterscheidung überaus wichtigen Detailaufnahmen. Auch Biologie, Lebensweise und Umweltansprüche der einzelnen Arten sowie mögliche Gefährdungsursachen und ihre Bedeutung für die Angelfischerei werden beschrieben.