ARTEN VON HOLZÖFEN

Moderne Öfen sind in einer Vielzahl von Größen und Ausführungen erhältlich. Einige sind nur für die Verbrennung von Holz ausgelegt, während andere mit Pellets betrieben werden oder mehrere Brennstoffe verbrennen können. Sie können freistehend sein oder in der Wand verbaut werden. Öfen können mehr als nur heizen – man kann mit Herden Mahlzeiten kochen, während wasserführende Öfen nicht nur das Haus heizen, sondern auch Warmwasser liefern.

PELLETÖFEN
Diese Öfen nutzen Holzpellets, die aus gepresstem Sägemehl hergestellt werden. Hierfür wird Sägemehl durch eine Hochdruckpresse gepresst, was zu kleinen Pellets mit einem Durchmesser von 6–8 mm führt. Sie können in einem in den Ofen integrierten Trichter (sog. Pellets-Hopper) gelagert werden, der händisch befüllt werden muss, oder in separaten Silos oder Behältern, die den Ofen durch ein automatisiertes System beschicken. Diese Möglichkeit der Schüttgutlagerung führt zu Kosteneinsparungen und minimiert den Aufwand im Umgang mit den Pellets. Die Verwendung von Pellets ist weniger energieeffizient als Scheitholz, aber effizienter verglichen mit fossilen und nicht erneuerbaren Energiequellen.

ALLESBRENNER
Allesbrenner werden auch als Mehrstoff- oder Multibrennstoff-Öfen bezeichnet. Sie sind zum Heizen mit verschiedenen Brennstoffen gedacht, darunter Steinkohle, Holz und Holzbriketts. Ihr Vorteil liegt in ihrer Vielseitigkeit: Wenn die Holzbestände niedrig werden, kann man auch alternatives Brennmaterial nutzen.

FREISTEHENDE ÖFEN
Freistehende Öfen werden von Beinen oder einem Podest gehalten und sind in unterschiedlichsten Formen und Größen zu haben. Sie sind am beliebtesten, weil sich der Ort, an dem sie aufgebaut werden sollen, frei wählen lässt. Sie sind meist rechteckig oder kastenförmig. Wenn es schon einen offenen Kamin gibt, kann ein traditioneller, kastenförmiger Ofen in die Öffnung gestellt werden. Weitere Optionen sind runde und ovale Modelle sowie Öfen auf Sockeln.

KAMINKASSETTEN UND KASSETTENÖFEN
Mit ihrem schlichten, minimalistischen Aussehen sind diese Öfen kompakter als die freistehenden Modelle, weshalb sie bei begrenzten Platzmöglichkeiten praktisch sind. Kaminkassetten sind so gebaut, dass sie direkt in einen Kamin oder ein Kaminsims eingebaut werden können. Für gewöhnlich haben sie einen eingebauten Luftschlitz, weshalb sie nicht so viel Platz rundherum benötigen wie ein Freisteher. Kaminkassetten können genauso effizient sein, auch wenn sie eine kleinere Oberfläche haben. Kassettenöfen sind so gebaut, dass sie plan mit der Wand abschließen, um einen „Feuerfenstereffekt“ zu kreieren. Sie sind rundherum mit einem Metallrahmen ausgestattet, der als Luftschlitz dient, damit der Ofen die Luft aus dem Raum ziehen kann. Die meisten Modelle haben außerdem eine externe Luftversorgung: ein kleines Rohr, das frische Luft von draußen ansaugt. Einige sind für einen verbesserten Luftstrom mit einem eingebauten Ventilator ausgestattet.

FESTBRENNSTOFFHERDE
Auch wenn ihre Hauptaufgabe das Kochen ist, dienen Herde oft als einzige Wärmequelle in größeren Küchen. Ursprünglich für den Gebrauch von Kohle konzipiert, wurden diese Geräte dazu entwickelt, eine Vielzahl an Brennstoffen zu nutzen, darunter auch verschiedene. Holzherde wurden für das Verbrennen von Holzscheiten entwickelt. Die im Brennraum erzeugte Hitze zirkuliert durch den Ofen und liefert so eine stabile und zuverlässige Ofentemperatur. Einige Herde sind mit integrierten Boilern ausgestattet, sodass Koch-, Heiz- und Warmwasserfunktionen kombiniert werden können.

WASSERFÜHRENDE ÖFEN
Als weitere Option, die Warmwasser und Heizung gleichermaßen liefert, können wasserführende Öfen an ein Heizungs- und Warmwassersystem angeschlossen werden. Die Wärme, die durch das Verbrennen des Holzes entsteht, wird durch das Haus gepumpt. Da die Hauptfunktion wasserführender Öfen das Aufheizen von Wasser ist, erzeugen sie typischerweise nur minimale Wärme für den sie umgebenden Raum. Wasserführende Öfen gibt es generell in zwei Kategorien: Einschubkessel und Mantelkessel (Mantelboiler).

Einschubkessel können in bereits bestehende Öfen eingebaut werden: Dabei handelt es sich um einen dünnen, rechteckigen Metallkasten, der die Schamottsteine an der Ofenrückseite ersetzt. Die durch das Feuer erzeugte Wärme erhitzt das Wasser im Einschubkessel, das dann durch die Heiz- und Warmwassersysteme zirkuliert. Einschubkessel liefern für gewöhnlich genug Wärme für den privaten Warmwasserbedarf und können auch noch einen Heizkörper unterstützen.

Ein Ofen mit Mantelkessel hat einen in den Brennraum integrierten Kessel. Er führt entlang der Seiten und der Rückseite des Brennraums. Diese Bauart vergrößert die Kesseloberfläche, wodurch er eine größere Wärmemenge an das Wasser abgeben kann als der Einschubkessel – und oft genügt, um ein ganzes Haus zu heizen.

Aus dem Buch:

Cover des Buches 'Holz - Ofen - Feuer' mit einem Ofen in dem ein Feuer lodert und daneben liegt ein Stapel Holzscheide

ISBN 978-3-7020-2332-4
Anthony Bailey
HOLZ – OFEN – FEUER
Praxiswissen für effizientes, sicheres und umweltfreundliches Heizen
Aus dem Englischen übersetzt von Nina Schön
128 Seiten, durchgehend farbig bebildert, 14,8 x 21 cm, Hardcover
€ 20,00

Der Autor vermittelt praxisnahes Wissen zur Auswahl, Installation, zum Betrieb sowie zur Wartung von Holzöfen. Darüber hinaus bietet er einen übersichtlichen Einblick in die verschiedenen Brennholzarten und ihre jeweiligen Eigenschaften. Ergänzend werden hilfreiche Tipps zur richtigen Holzvorbereitung und zur sachgerechten Lagerung gegeben, um einen effizienten und sicheren Einsatz des Holzofens zu gewährleisten. Rechtliche Aspekte und die Vor- und Nachteile verschiedener Brennstoffe komplettieren dieses Handbuch für Ofenliebhaber.