FASTEN
Das Wort Fasten kommt vom mittelhochdeutschen vaste, was so viel hieß wie fest. Jemand, der fastet, muss also an den Fastenregeln festhalten. Der Begriff Fastnacht bezeichnete ursprünglich die Nacht vor der Fastenzeit, also von Faschingsdienstag auf Aschermittwoch. Das Fasten im Frühling dient zur Gewichtsreduktion, aber in erster Linie zum Großreinemachen im Körper. Denn bekommt der menschliche Organismus nach einem Startsignal keine feste Nahrung mehr zugeführt, stellt er um auf Autophagie. Angesammelte Vorräte werden angegriffen und verbraucht. Unterschiedliche Ansätze und Methoden stehen für Fastenkuren zur Verfügung. Baumschätze unterstützen während der Fastenzeiten, Diäten und Abnehmkuren wie auch im Zeitraum des Aufbauens nach den Tagen ohne feste Nahrungsaufnahme.
Der Darm ist der Sitz der Gesundheit, diese Aussage hat sich schon oft als richtungsweisend bei Verdauungsproblemen und den daraus resultierenden Erkrankungen erwiesen. Fasten ist Naturalhygiene. Eine jährliche Reinigung des Darms in Zusammenhang mit Nahrungsumstellung- oder -änderung gibt dem Körper im Frühjahr Kraft.
Darmschleimhautzellen erneuern sich alle 72 Stunden. Manchen Zellen sogar schon nach 36 Stunden. Dies erklärt auch, warum in Fastenzeiten ohne feste Nahrungsaufnahme trotzdem Stuhl ausgeschieden wir. Ein Großteil des Stuhlvolumens besteht aus diesen ausgetauschten Zellen, die ausgeschieden werden.
Mit knapp 400 m2, also der Größe eines Fußballfeldes, ist die Darmschleimhaut die größte Schleimhaut des menschlichen Körpers und hat eine der wichtigsten Funktionen im Stoffwechselablauf. Stoffwechselprodukte und Schlacken werden auch teils über die Nieren ausgeschieden.
Ein Ansatz zur Körperreinigung als Fastenprozess:
Gefastet wird in den Naturregeln folgend im frühen Frühjahr, um die Winterschlacken auszuscheiden. Dies geschieht in der so genannten Holzzeit, in der der Körper bereit ist, gelöste Giftstoffe auch auszuscheiden. Von diesen Schlacken befreit, vergeht auch die berühmte Frühjahrsmüdigkeit. Im Sommer oder im tiefen Winter sind die Ausleitorgane des menschlichen Körpers nicht bereit für diesen Reinigungsprozess. Im Spätherbst, in den Monaten Oktober und November, der so genannten Metallzeit, kann eine zweite Fastenzeit im Jahreszeitenkreislauf abgehalten werden.
Die Baumschätze in der Begleitung des Fastenprozesses
Als Einstimmung am Entlastungstag bietet sich Birnenkompott an. Es reguliert mit seinem Fruchtzucker den Blutzuckerspiegel und hemmt in seiner Zusammensetzung den Heißhunger.
Fasten ist auch ein Reinemachen für Geist und Seele, die Gelegenheit Ballast abzuwerfen und die Leichtigkeit zurückzubekommen.
Zur Begleitung an den darauffolgenden Tagen ohne feste Nahrungsaufnahme bietet sich Birkentee zum Entschlacken und Entwässern sowie zum Senken der Harnsäurekonzentration und äußerlich bei Hautunreinheiten und Ekzemen, die beim Reinigungsprozess entstehen können, an. 2 EL fein geschnittene (oder 1 EL getrocknete) Birkenblätter mit 250 ml kochendem Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Für die Frühjahrskur morgens und abends je 2 Tassen über 6 Wochen hinweg trinken, auch über den Fastenzeitraum hinaus.
Ebenfalls fördernd ist ein Tee aus getrockneten Birnenbaumblättern. Er wirkt entschlackend während der Fastenkur. Birnenblätter sind auch gut mit Birkenblättern kombinierbar im Wirkansatz.
Fasten und Wandern hat sich als Idealkombination für die Frühjahrskur herausgestellt. Frisch gezapfter Birkensaft für Fasten-Wanderer ist eine willkommene Abwechslung in der Fastengetränkelandschaft. Birkensaft macht in der Seele Platz für Neues.
Die Bachblüten von Kiefer, Rosskastanie, Kirschpflaume, Zitterpappel, Eiche, Weide, Hainbuche, des Holzapfels und der Buche bieten Hilfestellungen für das Durchhaltevermögen im Fastenprozess.
Baumgewürze aus Knospen, Blättern oder die basische Asche von Buchenholz sind ideale Würzmöglichkeiten für die täglichen Fastenbrühen aus Gemüse.
Aus dem Buch:
ISBN 978-3-7020-1954-9
Ursula Asamer
BLÄTTER, KNOSPEN, RINDE & CO.
Heimische Speiselaubbäume für Küche und Gesundheit
200 Seiten, durchgehend farbig bebildert, 16,5 x 22 cm, Hardcover
€ 24,00
Welche Blätter, Knospen, Rinden, Baumsäfte oder Wurzeln sowie Früchte von heimischen Laub- und Nadelbäumen können sowohl in der Küche als auch in der Kosmetik und für gesundheitliches Wohlbefinden verwendet werden? In über 200 Rezepten werden alte Traditionen mit modernen Zubereitungen und Anwendungen kombiniert. Zahlreiche Ideen und neue umsetzbare Vorschläge bereichern über das ganze Jahr den Speiseplan und den Lebensalltag. Selbst hergestellte Salben und Essenzen der Naturheilkunde werden ebenso detailliert beschrieben wie die Rezepturen der Baumkosmetik.






© Ingeborg Josel