HERSTELLUNG EINES HUSTENSIRUPS – MAIWIPFELSIRUP
Ein selbstgemachter Hustensirup steht für die Rückbesinnung auf das Wesentliche: Reine Zutaten, traditionelles Wissen und die Kraft der Natur. Die jungen Triebe der Fichte, im Mai von Hand gesammelt, enthalten ätherische Öle und Harzstoffe, die seit Jahrhunderten für ihre wohltuenden Eigenschaften geschätzt werden. Schon in der Volksheilkunde galt der Maiwipfelsirup als bewährtes Hausmittel bei Husten und rauem Hals.
Ein Sirup ist eine äußerst praktische, schmackhafte und vor allem bei Kindern beliebte Zubereitung, die pur oder meist mit Wasser oder Kräutertee verdünnt konsumiert wird. Er ist eine Mischung aus Wasser, Zucker oder Honig und verschiedenen Kräutern oder Früchten und kann mit mehreren Methoden hergestellt werden:
Schicht-Methode: bei dieser Variante werden schichtweise in Lagen 1 : 1 Kräuter mit Zucker angesetzt und mindestens 1 Monat bei Wärme ausgezogen.
Koch-Methode: Kräuter, Zucker und Wasser werden langsam zu einem Sirup eingekocht.
Honig-Methode: getrocknete, gut zerkleinerte Pflanzenteile werden in Honig ausgezogen.
ZUTATEN
500 g Fichten- oder Tannenwipferln
etwas Thymian-, Spitzwegerichblätter, Gänseblümchen, Schlüsselblume, Veilchen, Gundelrebe und Huflattich
500 g Roh-Rohrzucker
ZUBEREITUNG
Dieser Hustensirup wird nach der Schicht-Methode hergestellt.
In ein großes Glas wird nach und nach eine Schicht von Fichten-, Tannenwipferln, klein geschnittenen Spitzwegerichblättern, Thymian, Gänseblümchen, Schlüsselblume, Veilchen, Gundelrebe und Huflattich gelegt, die immer mit einer Schicht Roh-Rohrzucker bedeckt wird. Danach folgt wieder eine Schicht Blätter und dann wieder eine Schicht Zucker, bis das Glas voll ist. Die oberste Schicht sollte immer aus Zucker bestehen. Mit der Zeit senkt sich die Mischung, dann wieder Kräuter und Zucker nachfüllen.
Das Glas sollte nun auf eine warme Fensterbank in die Sonne gestellt werden. Mit einem Leinentuch vor Insekten schützen (Durch Zuschrauben würde sich Kondenswasser bilden, das zu einer Gärung führen kann.). Nach ein paar Wochen verflüssigt sich der Zucker, es entsteht ein Sirup. Falls der Zucker sich nicht auflöst, kann man mit einem Wasserbad nachhelfen. Abseihen und in sterile Flaschen füllen.
Wenn es soweit ist, meist im Herbst vor der nächsten Grippewelle, bei kratzendem Hals oder Husten den Sirup einfach bei Bedarf teelöffelweise einnehmen.
Fichten- oder Tannenwipferl waren schon immer ein beliebtes und altbewährtes Hustenmittel. Durch die enthaltenen Vitamine, ätherischen Öle und Harze wirken Sie desinfizierend, reinigend und stärken die Lunge und das Immunsystem.
Aus dem Buch:
ISBN 978-3-7020-1787-3
Eva Tragner
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© David Cosson